Bundesanstalt für Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz (BAuA) (2018), BAuA-Arbeitszeitbefragung: Vergleich 2015-2017 , Dortmund/Berlin/Dresden. Rechtsgrundlage für Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung am Arbeitsplatz in Deutschland sind der Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Das AGG wird von der Bundesanstalt für Antidiskriminierung überwacht, die Monitoring-Berichte veröffentlicht. Antidiskriminierungsstellen gibt es auch auf regionaler Ebene und als lokale Anlaufstellen. Es gibt Hinweise darauf, dass Diskriminierungsfälle erheblich unterbewertet sind. Juristische Streitigkeiten werden von den lokalen und regionalen Arbeitsgerichten beigelegt. Die OECD-Zahlen deuten auf einen langsamen Rückgang der Gewerkschaftsdichte hin. Die deutschen Mitgliederzahlen der drei Gewerkschaftsspitzenorganisationen sind positiver. Der positive Trend der letzten Jahre kann mit der jüngsten wirtschaftlichen Erholung und neuen Organisationsstrategien zusammenhängen. Die Mitgliederzahlen stiegen für die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst, blieben für die IG Metall stabil und gingen für die Dienstleistungsgewerkschaft (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, ver.di) nur leicht zurück.

Die Mitgliederzahl in Denser-Gewerkschaften, die Sektoren mit hohem Anteil ausländischer und entsandter Arbeitnehmer vertreten, sowie in traditionellen Sektoren, die rückläufig sind, ging zurück. In den Nachkriegsjahren gab der Gesetzgeber als Reaktion auf die NS-Vergangenheit den Behörden eine eher begrenzte Rolle in den Arbeitsbeziehungen. Das Tarifgesetz (TVG) von 1949 garantiert Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und einzelnen Arbeitgebern Autonomie in Tarifverhandlungen. Im Rechtsstreit entscheiden die Arbeitsgerichte über das Recht einer Organisation auf Abschluss eines Tarifvertrags und über die Gültigkeit eines Tarifvertrags. Die Sozialpartner können den Arbeitsminister um eine Verlängerung des Abkommens ersuchen. Eine überraschende Entwicklung war das schnelle Wachstum der Umweltbewegung und die Forderungen, den Kohleausstieg und die Reduzierung der Co2-Emissionen zu beschleunigen. Die meisten Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) haben sich dem Freitag für die Zukunft angeschlossen und zu einem Klimaaktionstag Ende September mit 1,4 Millionen Teilnehmern aufgerufen. Im Vergleich zu den EU-28-Durchschnitten sind Probleme im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in Deutschland seltener. Darüber hinaus scheint es keine großen geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Häufigkeiten der gemeldeten Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu gibt. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in Deutschland hat sich seit 2011 verschlechtert, was auch in vielen anderen EU-28-Ländern zu beobachten ist.